Kategorie | Kärnten

Presse-aussendung, 12.10.2009


»Wer ist da der Nestbeschmutzer?«

Die 10.-Oktober-Feiern sind vorüber. Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler und der 1. Landtagspräsident Josef Lobnig attackierten unter anderem den Rat der Kärntner Slowenen mit aller Heftigkeit. Dörfler verlangte auch wieder die 25-Prozent-Hürde für die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln, und das zahlreichen anders lautenden nicht umgesetzten diesbezüglichen Erkenntnissen des Verfassungsgerichtshofes zum Trotz, Lobnig bezeichnete den Rat wegen der Internationalisierung der slowenischen Frage als »Nestbeschmutzer, denen man eine Absage erteilen müsse«.

»Die Worte und Taten dieser beiden Politiker, von anderen gar nicht zu reden, beweisen die Richtigkeit der Entscheidung des Rates, völkerrechtlicht garantierte Rechte bei europäischen sowie globalen Institutionen zu suchen, wenn die Behörden in Klagenfurt / Celovec und Wien / Dunaj sie nicht geben wollen. Die Frage nach den Nestbeschmutzern ist in der Tat diesen beiden Politikern zu stellen,« betont Jože Wakounig, Obmann des Volksgruppentages / Zbor narodnih predstavnikov im Rat der Kärntner Slowenen / Narodni svet koroških Slovencev.

1 Kommentar(e)

  1. Mag. Peter Harrasser sagt:

    betreff: “Nestbeschmutzer”
    Beschämend ist das! Die Zeit des Nationalismus und hoffentlich bald auch der Nationalstaaten ist vorbei. Die Regionen und die Volksgruppen sollen uns wichtig sein in ihrer Vielfalt. Wir haben die Wahl zwischen Vielfalt und Einfalt! Immerhin sind wir Nachbarn in einer Europäischen Union und sollten uns befreien aus der “Zwang-Haft Deutsch”. Minderheiten sind zu schützen, sonst geht die Vielfalt verloren. Allerdings gibt es sie auf beidenSeiten, jene, die immer nur die eigenen Geschichten hören und weitererzählen. Von den zwei Narrativen der österreichischen Geschichte pflegen und tradieren sie nur jenen Teil, der das eigene Leid beklagt und die eigenen Helden besingt und somit bleibt ihnen das Verständnis für die gemeinsame Geschichte verschlossen. Wir müssen auch den Geschichten der anderen zuhören, mit dem Kopf des anderen denken lernen, dann werden auch andere der slowenischen Volksgruppe danken: einmal für die Abstimmung am 10. Okt.1920 und ein zweites Mal für den Widerstand und den Partisanenkampf gegen das NS-Regime. Da gibt es den wunderbaren “Schulaufsatz zum 10. Oktober” von Peter Turrini (1972) und die klare Aussage des gebürtigen Klagenfurters Udo Jürgen in den Interviews zu seinem 75. Geburtstag (2009). Bringen wir das stärker an die Öffentlichkeit und v.a. an die Jugend! Es möge sich jeder, dort wo er lebt, zu hause fühlen können.
    Mit freundlichen Grüßen an alle Wohlgesinnten Peter Harrasser

Kommentieren

Comment Spam Protection by WP-SpamFree