Der Rat der Kärntner Slowenen wurde am 28. Juni 1949 als Sammelbecken der christlichen Bevölkerungsmehrheit unter den Kärntner Slowenen gegründet. Gründungsort war das Gebäude der Mohorjeva družba/Hermagoras-Bruderschaft, Viktringer Ring 26, Klagenfurt/Celovec. Die Hermagoras-Bruderschaft ist der älteste slowenische Verlag und einer der wichtigsten Kultur- und Identitätsfaktoren in der Geschichte des slowenischen Volkes. Sie zählt zu den ältesten Verlagen in Österreich. Gegründet wurde die Bruderschaft unter anderem von Bischof Anton Martin Slomšek, dem Priester, Politiker, Publizisten und Religionsprofessor Andrej Einspieler und dem Slowenischprofessor Anton Janežič im Jahre 1851. Unzählige Bücher wurden unter das Volk gebracht und hiemit wurde wertvollste Bildungsarbeit geleistet.

Der Rat der Kärntner Slowenen ist eine dem christlichen Weltbild verbundene Organisation. Er ist bemüht, auf dem Boden der österreichischen Verfassung stehend, die Identität der Kärntner Slowenen zu stärken und zu einem fruchtbringenden Zusammenleben beider Volksgruppen in Kärnten beizutragen. Der Rat hat in seiner Geschichte immer das eigenständige politische Wirken der Kärntner Slowenen sowohl auf Gemeinde- wie nach Möglichkeit auch auf Landesebene unterstützt.
Der Gründungsobmann Dr. Joško Tischler war im Jahre 1945 Mitglied der Provisorischen Kärntner Landesregierung. Er hat die Verordnung, den obligatorischen zweisprachigen Unterricht in Südkärnten betreffend, durchgesetzt. Ziel war es, dass nach den leidvollen Erfahrungen der Nazi-Herrschaft beide Volksteile beide Landessprachen beherrschen und sich so näher kennen und achten lernen. Leider musste Tischler nach den Landtagswahlen im November 1945 die Landesregierung verlassen, da der slowenischen Liste das Antreten zur Wahl nicht ermöglicht worden war (Folge der damaligen politischen Umstände). Die Schulverordnung wurde im Jahr 1958 nach illegalen Schulstreiks von Landeshauptmann Ferdinand Wedenig widerrechtlich außer Kraft gesetzt.
Dr. Tischler war auch Gründungsdirektor des BG/BRG für Slowenen in Klagenfurt/Zvezna gimnazija in Zvezna realna gimnazija za Slovence v Celovcu. Wegen seiner außerordentlichen Verdienste wird er als “Vater des Slowenischen Gymnasiums/Oče Slovenske gimnazije” bezeichnet. Er starb 77-jährig am 23. Jänner 1979. Nach ihm wurde der “Joško-Tischler-Preis/Tischlerjeva nagrada” benannt, der alljährlich an seinem Todestag an verdiente Sloweninnen und Slowenen verliehen wird.
Neben dem Rat der Kärntner Slowenen ist auch der Zentralverband slowenischer Organisationen als zentrale politische Vertretungsorganisation der Kärntner Slowenen anerkannt. Die Zusammenarbeit wird durch ein Koordinationsausschussabkommen geregelt.
Seit 1995 werden im Rat der Obmann und der Volksgruppentag/Zbor narodnih predstavnikov vom Volk direkt in geheimer Wahl gewählt. Der Volksgruppentag ist das höchste Beschluss- und Entscheidungsgremium (48 Mitglieder, die auf Wahlsprengel- und allgemeinen Kandidatenlisten gewählt werden). Mitglieder des Vorstandes haben im Volksgruppentag kein Stimmrecht. Ihre Mitgliedschaft ruht. Obmann des Volksgruppentages ist der Ferlacher Arzt Dr. Franc Wutti.
Die Obmänner des Rates der Kärntner Slowenen:
Dr. Joško Tischler 1949 – 1960
Dr. Valentin Inzko 1960 – 1968
Dr. Reginald Vospernik 1968 – 1972
Dr. Joško Tischler 1972 – 1976
Dr. Matevž Grilc 1976 – 1995
Fortunat Olip 1995 – 1999
Mag. Rudolf Vouk 1999 – 2000
Bernard Sadovnik 2000 – 2003
Prof. Jože Wakounig 2003 – 2005
Dr. Matevž Grilc 2005 – 2009
Karel Smolle 2009 – …






